Karl Christian Friedrich Krause

Karl Christian Friedrich Krause | Sein Leben und seine philosophischen Ansichten vorgestellt für Kinder

„Philosophie“ das klingt ein bisschen geheimnisvoll und auf jeden Fall sehr schwierig, so schwierig, dass nicht einmal Erwachsene so ganz genau wissen, was Philosophie eigentlich ist.

Die Philosophie beschäftigt sich damit herauszufinden, ob die Dinge so sind, wie sie sind, oder auch nicht. Es gibt nämlich viele Probleme, die sich nicht mit Hilfe der „normalen“ Wissenschaften bearbeiten lassen. Die Frage etwa nach dem was „gut“ und was „böse“ ist, was Gerechtigkeit bedeutet, ob es einen Gott gibt und was der „Sinn des Lebens“ ist. In der Biologie wird zwar auch die Welt des Lebendigen untersucht, nicht aber was das menschliche Leben für Rechte und Pflichten beinhaltet. Die Rechtswissenschaften untersuchen und legen fest, wann etwas im Einklang mit den Gesetzen geschieht: was aber wünschenswerte Inhalte eines Gesetzbuches sein sollen, damit beschäftigen sie sich nicht.

Mit all diesen Dingen beschäftigen sich aber die Philosophie und damit auch der Philosoph. Er denkt nach über das was Wissenschaft sein soll und über das, was bis heute noch gar keine Wissenschaft ist.

Philosophie ist aber nicht nur der Spaß am Nachdenken, sondern auch eine praktische Angelegenheit. Es geht darum, die Löcher in dem Wissen und in der Weisheit der Menschen zu schließen.

Wenn man über die Welt, über das Leben oder über die Liebe nachdenkt, ist das Philosophie. Das Wort kommt aus Griechenland, „philos“ bedeutet Freund und „Sophia“ Wissen oder Weisheit. Ein Philosoph ist also nicht anderes als ein Freund des Wissens.

Solch ein Philosoph war auch Karl Christian Friedrich Krause, nach ihm ist nun in Eisenberg eine Schule benannt worden ist.

Karl Christian Friedrich Krause wurde am 06. Mai 1781 geboren und zwar im Haus Markt 13/14, dort wo sich heute Ämter der Stadtverwaltung befinden. Sein Vater war in Eisenberg Lehrer an der Stadtschule. Seine Mutter starb bereits als Karl Christian Friedrich erst 3 Jahre alt war, nämlich im Jahr 1784.

Krause besuchte zunächst die Schulen in Eisenberg und Donndorf und legte 1797 in Altenburg sein Abitur ab. Danach studierte er Theologie, Philosophie und Mathematik in Jena und erwarb auch einen Doktorgrad. Nach dem Studium arbeitete er z. B. in Dresden als Lehrer für Kartenzeichnen, Erdkunde und Deutsch.

Bedingt durch verschiedene Zeitereignisse, persönliche Rückschläge und Auseinandersetzungen mit Kollegen, gelang es ihm nie, als Professor an einer Universität angestellt zu werden. Stets musste er sich beruflich verändern, sehr oft umziehen und so litt er stets unter finanziellen Sorgen.

Krause war verheiratet mit Amalie Concordia geb. Fuchs und hatte mit Ihr 14 Kinder. Er starb am 27. Dezember 1832 in München.

Was hat nun Krause als Philosoph bewirkt, worüber hat er nachgedacht? Leider ist er in Deutschland nämlich fast vergessen, aber in Spanien und Südamerika kennt man ihn und seine Gedanken sehr gut.

Krause gründete schon damals einen Menschheitsbund, war sozusagen der Vordenker für Vereinigungen wie die Europäische Union und die Vereinten Nationen.

Er strebte stets die Vervollkommnung des Menschen durch Erziehung, gute Sozialpolitik und Reformen an.

Krause erkannte schon früh die Rechte von Frauen und Kindern an und lehnte die Bedeutsamkeit von Rassenunterschieden ab.

Krause trat schon früh für den Schutz des ungeborenen Lebens ein und sprach sich ausdrücklich für freie Partnerwahl und das Eherecht aus.

Krause wollte auch alle Fremdworte durch deutsche Begriffe ersetzen, was damals schon sehr schwierig war. So wollte er zum Beispiel das Wort Identität ersetzen durch das Wort Gleichheit und Individualität durch Eigenlebheit. Auch dadurch sind seine Werke oft schwer zu lesen und zu verstehen.

Philosophie sei so schwer, weil die Bücher immer so dick sind, hat mal jemand gesagt. Das stimmt, man muss lesen, sonst weiß man nicht, was die Philosophen geschrieben haben. In Büchern transportierte man all diese Gedanken durch die Zeit. Auch die Gedanken von Karl Christian Friedrich Krause.

Quellen:

Bianka Leißner/Stadtarchiv Eisenberg/ September 2008

Letzte Aktualisierung: 11.09.2008
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