Milo Barus
In der Ringerabteilung des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Weidenau eignete er sich die ersten Techniken an. Als Achtzehnjähriger trat er erstmals in der Öffentlichkeit auf und erreichte im olympischen Dreikampf 280 Kilogramm.
Nach Ableistung seines Militärdienstes machte er sich selbstständig und wurde mit seiner selbst einstudierten Nummer verschiedener Kraftakte berühmt. Immer spektakulärer wurden seine Auftritte, die ihn in die verschiedensten Länder der Erde führte. Er trug Pferde, stemmte Elefanten, zerriss Telefonbücher, hinderte Flugzeuge am Start und, und, und. In dieser Zeit soll auch sein Künstlername entstanden sein. Ein Luxemburger klopfte Emil nach einem seiner Auftritte auf die Schulter und meinte, er bräuchte unbedingt einen Künstlernamen - so wurde „Milo Barus“ geboren.
Den Titel „Stärkster Mann der Welt“ errang er erstmals am 17. März 1930 in Paris und wurde dafür mit dem „Goldenen Lorbeer“ gekürt. Erfolgreich verteidigte er diesen Titel fünf weitere Male, so 1931 in London, 1932 in Kalkutta, 1934 in Kairo, 1935 in Buenos Aires und 1936 in New York.
1936 wurde Milo Barus von der Gestapo verhaftet, wegen Landesverrates angeklagt und bis 1941 inhaftiert. Im Mai 1941 lernte er Marthel, die Assistentin seiner späteren artistischen Arbeit kennen und lieben und heiratete sie im August 1941. Nach dem Kriegsende 1945 ließ sich Milo Barus zunächst in Bayern nieder und begann ab 1947 wieder mit seinen Auftritten.
1952 siedelte er mit seiner Frau in die ehemalige DDR über und kam 1953 nach Stadtroda. Hier bewirt-schaftete seine Frau das „Klosterbräu-Stübel“. Aufgrund eines Herzinfarktes musste Milo seine Laufbahn als Artist beenden und so wurde er der Besitzer der Meuschkensmühle. Gegenüber der Meuschkensmühle erbaute er sich sein Wohnhaus.
1976 zog es seine Frau und ihn wieder zurück nach Oberbayern. In einem Krankenhaus in Altötting verstarb er im Alter von 71 Jahren am 01. Oktober 1977 und wurde auf dem Friedhof in Mühldorf am Inn, seinen letzten Wohnort, beigesetzt.
Unter Regie von Henning Stegmüller entstand ein Film über das Leben von Milo Barus, mit Günter Lamprecht in der Hauptrolle, der am 29.04.1983 erstmals aufgeführt wurde.
Um auch heute noch an die Leistungen von Milo Barus zu erinnern, sie zu würdigen und sportlich an sie anzuknüpfen, hat der FSV Einheit Eisenberg den Milo-Barus-Cup ins Leben gerufen. Er findet jährlich am 03. Oktober statt und ist eine Attraktion für Jung und Alt.
