Theodor Emil Clauß

Oskar Weise

Oskar Weise wurde am 31. Januar 1851 in Schmölln geboren, besuchte die dortige Bürgerschule und danach das Gymnasium in Altenburg. Mit 19 Jahren begann er in Jena vergleichende Sprachwissenschaften und Griechisch zu studieren. Er wechselte nach Göttingen um seine Studien fortzusetzen. Schon mit 22 Jahren habilitierte er sich zum Doktor der Philologie. Ein Jahr später schloss er sein Studium mit dem Staatsexamen ab und nahm die Lehrtätigkeit in Harzburg auf. Ab 1874 war er dann für 45 Jahre als Lehrer für Deutsch, Latein und Griechisch am Eisenberger Gymnasium tätig. Am 05. Mai 1933 starb Oskar Weise und wurde auf dem Eisenberger Friedhof beigesetzt.

Neben seinem Lehrberuf war Oskar Weise vor allem schriftstellerisch tätig. In vielen Schriften publizierte er seine Forschungen über die deutsche Sprache. Für sein Hauptwerk ‚Unsere Muttersprache, ihr Werden und ihr Wesen' erhielt er vom Deutschen Sprachverein einen Hauptpreis. Aber auch seine anderen Veröffentlichungen, wie z. B. ‚Ästhetik der deutschen Sprache', ‚Deutsche Sprach- und Stillehre' und ‚Musterstücke deutscher Prosa zur Stilbildung und zur Belehrung' erschienen in mehreren Auflagen und werden zum Teil bis heute verlegt.

Als langjähriges Mitglied des Geschichts- und Altertumsforschenden Vereins zu Eisenberg und dessen Vorsitzender in den Jahren von 1899 bis 1924 trug er hier vor allem zur Erforschung der Geschichte der Stadt Eisenberg bei. Zahlreiche Beiträge in den ‚Mitteilungen des Geschichts- und Altertumsforschenden Vereins' tragen seine Handschrift, so z. B. die Biographie über den Orientalisten Dr. Reinhold Rost, eine Abhandlung über die Altenburger Mundart oder Forschungen zur Geschichte der Vornamen von Eisenberger Bürgern.

Ihm zu Ehren wurde an seinem Wohnhaus in der Burgstraße anlässlich des 250jährigen Jubiläums des Christian-Gymnasiums im Jahre 1938 eine Gedenktafel angebracht. Schon einige Jahre zuvor wurde eine Eisenberger Straße nach Oskar Weise benannt.

Letzte Aktualisierung: 11.09.2008
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