Reinhold Rost

Reinhold Rost

Am 02.02.1822 wurde in Eisenberg im heutigen Haus Markt13/14 Ernst Reinhold Rost geboren. Sein Vater, Christian Friedrich Rost, war Archidiakon an der hiesigen Stadtkirche.
Bis zum frühen Tod des Vaters im Jahr 1831 wurde Reinhold Rost von ihm unterrichtet, danach besuchte er zunächst eine Privatschule, später das Eisenberger Lyceum. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit Sprachen. Zeitlebens wird dieses Interesse anhalten und sein Leben stets durch das Erlernen neuer Sprachen gekennzeichnet sein.

Ab Ostern 1838 besucht er das Gymnasium in Altenburg, denn zu dieser Zeit konnte man am Eisenberger Lyceum noch nicht das Abitur ablegen. Im Februar 1842 besteht er die schrift-lichen und mündlichen Prüfungen mit sehr guten Ergebnissen. Im Anschluss an das Abitur studiert er in Jena Theologie. Gern hätte er Orientalistik studiert, jedoch fehlen ihm hierzu die finanziellen Mittel. So beschäftigt es sich damit in seiner Freizeit und widmet sich außerdem intensiv der Linguistik. So schreibt er denn auch seine Dissertation im Jahr 1847 über die Grammatik der singhalesischen Sprachen.

Größtenteils im Selbststudium eignete er sich mehrere orientalische Sprachen an. Da Rosts besonderes Interesse Indien galt, wollte er in das Mutterland der britischen Kronkolonie, nach England übersiedeln, was er 1847 auch tat. Am Britischen Museum katalogisierte er zunächst die birmanischen Handschriften und die in Pali. Resultierend aus dieser Arbeit entstand in seiner Freizeit ein Paliwörterbuch. Nach Beendigung dieser Arbeit fand Rost zunächst eine Anstellung als Deutschlehrer an der Domschule zu Canterbury, später als Professor für orientalische Sprachen an der Missionsanstalt von St. Augustin.

Am 14. Juli 1863 heiratete Rost die aus dem sächsischen Ostrau stammende Minna Laue. Noch im gleichen Jahr wurde ihm die Stelle des Schriftführers bzw. korrespondierenden Sekretärs der Königlichen Asiatischen Gesellschaft in London angeboten. Seine Hauptaufgabe bestand in der redaktionellen Bearbeitung einer Zeitschrift und im Führen eines umfangreichen Briefwechsels.

Am 24. Juni 1869 wurde Rost zum Oberbibliothekar des Indischen Amtes in London ernannt und übte diese Tätigkeit bis zu seiner Pensionierung im September 1893 aus. Er unterstützte in seinem Amt hauptsächlich die Herausgabe wissenschaftlicher Werke, kaufte Münzen an, überwachte die Herausgabe von indischen Banknoten und betreute verschiedene Katalogisierungsprojekte der Bibliothek des Indischen Amtes. Rost konnte sich neben Deutsch noch in weiteren 24 Sprachen verständigen (Arabisch, Armenisch, Bengalisch, Birmanisch, Chinesisch, Dajakisch, Englisch, Grieschich, Gujarati, Hindostani, Holländisch, Javanisch, Kishuaeli, Latein, Mahratti, Malaisch, Pali, Persisch, Portugiesisch, Sanskrit, Siamesisch, Singhalesisch, Tamulisch, Tibetanisch, Türkisch)

Am 07. Februar 1896 verstarb Reinhold Rost an einem Herzschlag. Auf dem Friedhof Hampstead in London wurde er beigesetzt.

In Würdigung der Leistungen Reinhold Rosts wurde am 08. Oktober 1996 eine Straße, die durch die Eigenheimbebauung am Höllkopf entstanden ist, nach ihm benannt. Rost

 

Letzte Aktualisierung: 11.09.2008
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