Der Rote Förster von Eisenberg
Vor langen Jahren lebte in Eisenberg ein reicher Mann, der besaß viele Waldungen und hielt sich zur Pflege einen Förster. Den Förster fanden eines Tages Holzweiber erschossen im Wald. Ebenso wurden die nächsten Jägersleute, die der Besitzer einstellte, immer ein paar Tage, nachdem sie in Dienst getreten waren, erschossen aufgefunden. So kam es, dass niemand mehr sich meldete und der Wald viele Jahre ohne Pflege und Hüter war. Eines Tages kam ein Mann von kurzer Statur, mit verkniffenem Gesicht, in dem eine tüchtige Hakennase saß, mit grünem Hut und roter Hahnenfeder und wollte die erledigte Stelle haben. Des freute sich der Herr, und er nahm den Mann an. Gleich am nächsten Tage ging er mit ihm in den Wald, um das Revier zu zeigen. Da hörten sie vom Mühltale her einen Schuss fallen. Sofort hielt der Förster seinen Hut in die Höhe, und siehe, die Kugel fuhr durch den Hut. Jetzt riss der Rote sein Gewehr an die Backe und sagte, es solle den Schützen treffen. Er schoss, man hörte einen Aufschrei in der Ferne und fand, wie man ins Tal kam, den Müller in seinem Blute liegen. Da erklärte der Förster ganz kurz, der Müller wäre ein Freischütz gewesen, dessen Zeit sei jetzt abgelaufen. Damit verschwand er.
Der Förster war der Gottseibeiuns in leibhaftiger Gestalt gewesen. Seit der Zeit ist er in Eisenberg nie wieder gesehen worden.
ENDE